Über die DKB

Historie

Wie alles begann

Es war genau am 06. Oktober 1908, als die Dürener Kreisbahn, mit ihren damals gelb-grünen Straßenbahn-Wagen, ihren Betrieb aufnahm. Vorausgegangen waren jahrelange Planungen, angeregt durch den Betrieb der Dürener Dampfstraßenbahn, die seit 1893 zunächst im Güter-, dann auch im Personenverkehr auf einer vorerst bis Birkesdorf, später bis Merken, Pier und Inden führenden Strecke fuhr. 1906 kam es zu einem Vertrag zwischen dem Kreis Düren und der Westdeutschen Eisenbahngesellschaft, mit dem folgende Linien konzessioniert wurden: 

  • Von Zülpich über Nörvenich bis Distelrath mit Anschlüssen an die Staatsbahnhöfe in Zülpich und Düren
  • Von Distelrath durch die Stadt über Rölsdorf nach Gürzenich-Kirche
  • Von Distelrath durch die Stadt über Rölsdorf nach Lendersdorf
  • Vom Staatsbahnhof Düren bis zum Jesuitenhof
  • Vom Staatsbahnhof Düren nach Niederau-Kreuzau
  • Eine Umgehungsbahn nördlich um die Stadt zu wichtigen Industriewerken

Die Strecke verlief von Distelrath über Birkesdorf, Rurbrücke, Mariaweiler, Rölsdorf, Lendersdorf unter Nutzung der auf eigenem Bahnkörper liegenden Straßenbahnstrecke Rölsdorf-Lendersdorf. Später erfolgte eine Verlängerung der Güterzuglinie bis zur Fabrik Schneidhausen. Diese, mit Dampflokomotiven befahrene Strecke, hatte von Distelrath aus auch einen direkten Anschluss an den Güterbahnhof der Staatsbahn Düren und in Gürzenich noch einmal einen Abzweig zur Staatsbahn.

Der 6. Oktober 1908, der erste Betriebstag der Dürener Kreisbahn, wurde in der Stadt wie ein Feiertag begangen. Es wurde geflaggt, und das Glockenspiel vom Turm der Annakirche ließ muntere Weisen erklingen. Das "Publikum" nahm das neue Verkehrsmittel mit Begeisterung an. Einige Wagen waren bis auf den letzten Platz besetzt, insbesondere Schüler und Berufstätige nutzten die neue, bequeme Möglichkeit der Fortbewegung. Die Wagen fuhren ohne Schaffner. Jeweils an der vorderen Plattform war eine Tür geöffnet. Am Fahrerstand vorbei konnten die Fahrgäste für 10 Pfennig einen Fahrschein aus dem Automaten ziehen. Die Buße fürs Schwarzfahren betrug übrigens 6 Mark. Die Inanspruchnahme der Straßenbahn war so groß, dass kurz nach der Eröffnung eine neue Linie eingerichtet wurde. Sie führte vom Bahnhof zur Bonner Straße und schuf so im Wechsel mit den Linien Kreuzau und Jesuitenhof einen Siebeneinhalb-Minuten-Takt vom Bahnhof bis zur Innenstadt. Die Wagen begegneten sich auf dem zweigleisigen Streckenabschnitt zwischen Markt und Bahnhof.

Der Weg zur GmbH

Zum Jahresbeginn 1921 wurde das Unternehmen, nachdem die Westdeutsche Eisenbahngesellschaft das Pachtverhältnis gekündigt hatte, in eine GmbH umgewandelt, der als Gesellschafter Stadt und Kreis Düren sowie besonders interessierte Landgemeinden und die Anschlussgleisbesitzer angehörten. Die wirtschaftliche Notlage und die immer stärker galoppierende Inflation trieben das Unternehmen jedoch in die Verlustzone, so dass am 31.12.1922 der Betrieb für unbestimmte Zeit eingestellt wurde. Nur die Verbindung Markt-Distelrath blieb bestehen. Das hatte seinen besonderen Grund: Von Aachen bis Buir war französisches Besatzungsgebiet. Um die französische „Regiebahn“ in Richtung Köln nicht benutzen zu müssen, fuhren viele Dürener ab Markt mit der Kreisbahn bis Nörvenich, wo es Anschlussmöglichkeiten nach Horrem gab. Erst zu Beginn des Jahres 1924 wurde der Straßenbahnbetrieb nach und nach wieder aufgenommen. Nach einer erneuten Umstrukturierung der Gesellschaftsform im Juli 1931 verfügte die Dürener Kreisbahn 1933 über folgenden Wagenpark: 6 Dampflokomotiven, 3 Personenwagen für die Dampfstrecke, 3 offene Güterwagen, 1 geschlossenen Güterwagen, 3 Packwagen, 1 Sprengwagen, 18 elektrische Triebwagen, 9 Beiwagen, 1 Hilfsgerätewagen für den Straßenbahnverkehr und 1 Autogerätewagen. Außerdem wurden von der Kreisbahn 20 offene und gedeckte Wagen sowie 5 Rungenwagen in den Wagenpark der Reichsbahn eingestellt.

Im August 1938 wurde ein etwas exotisch anmutender Triebwagen in Dienst gestellt: Es handelte sich um einen Schienenbus aus dem Werk Wismar mit Ford-Vorbaumotor, der über 32 Sitz- und 14 Stehplätze verfügte. Er verkehrte auf der Strecke Nörvenich-Embken und wurde so gut angenommen, dass verbilligte Sonntagsfahrkarten ausgegeben und ein zweites Fahrzeug bestellt wurde. Ein Jahr später verfügte die Dürener Kreisbahn über ihre ersten zwei Busse. Es handelte sich um Opel-Fahrzeuge, die vom Bahnhof zu den Kasernen (Düren war wieder Garnisonsstadt) und zum Grüngürtel fuhren. Die Busse wurden allerdings schon Ende 1940 "zur Wehrmacht eingezogen" und mussten schließlich als Kriegsverluste abgebucht werden. Der Zweite Weltkrieg, und insbesondere der Angriff am 16. November 1944, hinterließen in Düren ein Trümmerfeld, in dem an geregelte Verkehrsverbindungen vorerst nicht zu denken war. Erst ganz allmählich konnten die wenigen vorhandenen Fahrzeuge instandgesetzt und die Strecken freigeräumt werden. Genau 7 Jahre nach der Zerstörung der Stadt, am 16. November 1951, fanden die ersten Straßenbahnfahrten über die neu errichtete Rurbrücke statt.

Konzentration auf Busbetrieb

Nur zwölf Jahre später, am 30.4.1963, hatte das letzte Stündlein für die Straßenbahn geschlagen. Sie war, so die einhellige Meinung, zu einem Verkehrshindernis geworden. Hatte man bei der Inbetriebnahme der Straßenbahn noch überschwänglich gerufen: „Düren wird Großstadt!“, so sah man nun in der Beseitigung der Straßenbahn den unvermeidlichen Zug der Zeit. Das gesamte rollende Straßenbahnmaterial kam auf den Schrotthaufen. Keine Erinnerung an die Straßenbahn blieb zurück.

Die folgenden drei Jahrzehnte setzte die Dürener Kreisbahn nur noch Busse zur Personenbeförderung ein.

Erst mit der Übernahme der Rurtalbahn im Mai 1993 kehrte die DKB wieder auf die Schiene zurück.

Übernahme der Rurtalbahn

Übernahme des Fahrbetriebes auf den Strecken Jülich - Düren - Heimbach durch die Rurtalbahn zum Fahrplanwechsel am 23.05.1993. Beginn der ersten Betriebsphase mit eigenem Personal und renovierten Schienenbussen (VT 798, Umrüstung auf Einmannbetrieb durch Einbau von Fahrkartenautomaten).

Erste Investitionen in die Infrastruktur als Sofortmaßnahmen (Rationalisierungsmaßnahmen).

Der neu eingeführte Stundentakt mit Direktanschluss an die Züge der DB nach Köln und Aachen sowie das zusätzliche Fahrtenangebot am Wochenende führen zu einer erheblichen Fahrgaststeigerung.

Im Mai 1994 Anbindung von Busverkehren an die Rurtalbahn im Raum Nideggen und Kreuzau sowie zwischen Düren und Jülich (Vermeidung von Parallelverkehren).

Beginn der grundlegenden Erneuerung der Infrastruktur (2. Halbjahr):

  • Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit (INDUSI, technische Sicherung der Bahnübergänge etc.)
  • Ausbau Signalisierung zum "Signalisierten Zugleitbetrieb" (SZB)
  • Kundenfreundlicher und behindertengerechter Ausbau der Haltepunkte

    Fortführung dieser Arbeiten bis zu deren Abschluss im Jahr 2000.

    Aufnahme des Fahrgastbetriebes mit dem bundesweit ersten fertiggestellten Regiosprinter der Firma Duewag am 21.07.1995. Ab Dezember 1995 wurde der Betrieb auf beiden Strecken vollständig mit Regiosprintern durchgeführt.

    Einführung des Halbstundentaktes (werktags) auf der Strecke Düren - Jülich im Mai 1996. Sonntags Verdichtung zum Stundentakt auf beiden Strecken.

    Gewinn des erstmalig ausgelobten "ÖPNV-MANAGEMENT-AWARD 1996" für Marketing- und Vertriebskonzept und des "SONDERPREISES DES EUROPÄISCHEN PREISES FÜR VERKEHR 1996" für das Gesamtkonzept Bus / Bahn.

    Einführung des Signalisierten Zugleitbetriebes (SZB) auf der Strecke Düren - Jülich im November 1996 Neuer Bewilligungsbescheid über 60 Mio. DM vom Land NRW für den weiteren Ausbau der Rurtalbahn.

    Inbetriebnahme der neuen Betriebswerkstatt für Busse und Bahnen am 19.01.1998, bundesweite Vorreiterrolle wegen kombinierter Bus / Bahn-Instandsetzung, Tankroboter und Radsatzschleifmaschine.

    Einführung des Integralen Taktfahrplanes am 24.05.1998 in NRW. Zusätzlich zu o.g. Baumaßnahmen, insbesondere Beschleunigungsmaßnahmen (Oberbau, Signaltechnik) im Bereich der Strecke Düren - Heimbach (Voraussetzung für die Einführung des Halbstundentaktes).

    Einführung des Signalisierten Zugleitbetriebes auf der Strecke Düren - Heimbach im Frühjahr.

    Umzug der Zugleitstelle aus dem Bahnhof Kreuzau in das DKB-Center in Distelrath.

    Einführung des Halbstundentaktes auf der Strecke Düren - Heimbach zwischen den Bahnhöfen Düren und Untermaubach im Dezember 1999.

    Abschluss der Neubau- bzw. Erneuerungsmaßnahmen auf den Strecken Düren - Jülich und Düren – Heimbach.

    Zertifizierung der DKB nach DIN 9001 im April.

    Ankauf zweier Güterzugloks zur Ausweitung des Güterverkehrs auf eigenem Netz und externen Netzen.

    Beginn der Bauarbeiten für Reaktivierung der Strecke von Jülich nach Linnich im letzten Quartal 2000 2002.

    Wiederinbetriebnahme des Schienenpersonenverkehrs auf dem Streckenabschnitt Jülich - Linnich.

    Neugestaltung eines RegioSprinters zum Kunstzug dem "Otmar-Alt-Sprinter".

    Trennung von der Schiene

    Unter den neuen gesetzlichen Rahmenvorgaben und der allgemeinen Marktentwicklung im Schienenverkehr standen kurzfristig Erneuerungen an. Die Marktöffnung innerhalb der EU führte zu mehr Wettbewerb im Schienenverkehr. Die Ausschreibungspflicht von Verkehrsleistungen machte Investitionen erforderlich, um am Markt bestehen zu können. Aus diesem Grunde ging die Rurtalbahn GmbH & Co. KG mit einem starken Partner, der R.A.T.H. GmbH eine Kooperation ein und wurde aus dem Unternehmen Dürener Kreisbahn GmbH ausgegliedert. Die Dürener Kreisbahn GmbH bleibt wichtiger Anbieter von Busverkehrsdienstleistungen, als 100 %-ige Tochter des Kreises Düren.